Wer einen Samstagvormittag in einer deutschen Fußgängerzone verbringt, erlebt das Problem live: Überquellende Abfalleimer, Flaschen im Gebüsch, Essensreste auf Bänken. Aber wie entsteht dieses Straßenwirrwarr aus Müll? Oft liegt’s am Tempo des Alltags. Kaum Zeit, kaum Lust stehenzubleiben, bloß schnell weg damit. Ist der nächste Mülleimer mal wieder voll, landet der Coffee-to-go-Becher eben auf dem Fenstersims – und abends nach einer langen Feier bleibt ohnehin fast alles liegen. Wichtiger Link!
Ein weiteres Problem: Der Nachahmungseffekt. Wer sieht, dass an der Bushaltestelle schon zehn Zigarettenkippen liegen, wirft seine elfte ohne schlechtes Gewissen dazu. Der sogenannte „Broken-Windows-Effekt“ zeigt: Wo Unordnung herrscht, wächst der Müllberg noch schneller. Je mehr rumliegt, desto weniger fühlt sich irgendjemand verantwortlich.
Dazu kommt fehlende Infrastruktur. Nicht überall stehen Mülleimer in Sichtweite, und manche sind so gestaltet, dass sie ihre Aufgabe nicht gerade charmant erledigen. Bei Festen, im Park oder am Bahnhof fehlt schlicht oft die richtige Entsorgungsmöglichkeit – dann nimmt die Bequemlichkeit überhand.
Manche geben den großen Unternehmen die Schuld, denn die Menge an Einwegverpackungen, Tüten, Folien wächst gefühlt ständig. Doch der letzte Schritt liegt immer in der Hand des Einzelnen, egal ob Pommestüte oder Plastiklöffel.
Wie kann man gegensteuern? Die Städte reagieren mit bunten, auffälligen oder extra großen Mülleimern, damit sie nicht übersehen werden. Mehr Leerungen helfen, ewig volle Tonnen zu verhindern. An einigen Orten werden Belohnungen für Flaschensammler oder Kaffeebecher-Pfand angeboten. So wird Müllsammeln fast sportlich und bekommt ein neues Image.
Geldbußen setzen zwar Grenzen, helfen aber nur, wenn sie auch kontrolliert werden. Viel wirkungsvoller ist es, wenn schon Kinder lernen, ihren Dreck wieder einzusammeln. Aktionen an Schulen, Aufklärung durch Plakate und Müllsammelrunden sorgen dafür, dass Sauberkeit wieder zum Ziel wird.
Manchmal reicht ein gutes Beispiel: Wer beim Picknick im Park seinen Müll wieder mitnimmt, macht’s anderen leichter, es genauso zu tun. Am Ende lebt jede Stadt von Menschen, die mitdenken. Jeder Griff zum Mülleimer bringt uns ein Stück näher an saubere Straßen, weniger Littering und mehr Wohlfühlmomente – für alle, die nicht im Müll leben wollen.