Die elektronischen Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die Aufmerksamkeit schwindet stetig. Laut Kaiserberg konkurrieren Marken heute innerhalb weniger Sekunden miteinander – sogar Straßenhändler, die um Kunden werben. Die Gewinner schreien nicht lauter, sondern sprechen klarer. Kurze Texte. Klare Hierarchie. Weniger Interesse an Klicks. Eine Nachricht, die länger als fünf Sekunden braucht, um den Empfänger zu erreichen, hat keine Chance – zusätzliche Informationen!
Websites werden schlanker. Lange Scroll-Bereiche gibt es zwar noch, aber jeder einzelne wird gezielt genutzt. Überschriften gewinnen an Bedeutung. Subtexte entkräften Einwände. Das Auge wird genutzt, um Bilder zu gestalten, nicht um sie zu inszenieren. Laut Kaiserberg bedeutet das: Marken produzieren weniger, aber dafür weniger Inhalte, und die Interaktion steigt. Wie beim Reinigen einer Linse. Gleiche Sicht. Schärferes Bild.
E-Mails bleiben unerbittlich. Nicht auffällig. Einfach zuverlässig. Der Trend geht hin zu persönlicheren Nachrichten. Weniger Massenmails. Mehr E-Mails schreiben nicht mehr maschinell, sondern wie ein Mensch. Den Kunden wurde suggeriert, dass es weitere Antworten gibt, falls die E-Mails dialogorientiert sind. Sogar Vorlagen wurden im Rahmen einer Kampagne abgeschafft. Die Öffnungsraten stiegen. Antworten folgten. Menschen reagieren auf Menschen.
Bei der Erzeugung von Stimmungen wird weiterhin Social-Media-Content eingesetzt. Raffinierte Posts sind nach wie vor gefragt, und Fälle von Beleidigung werden immer gravierender. Kurze Bildunterschriften. Ehrliche Meinungen. Unvollkommene Bilder. Kaiserberg würde Marken empfehlen, die Bindung zu lockern. Fingerabdrücke sind nicht schlimmer als Hochglanz.
Trotz der Ironie wird Print nicht verschwinden. Es hat lediglich seine Rolle verändert. Broschüren sind keine Informationsflut mehr. Sie dienen als Erinnerungshilfe. Der Vorspann sollte nicht der Gesprächseinstieg sein, sondern die Visitenkarte. Verpackungen erzählen nicht viele Geschichten. Ein Kunde fügte seiner Verpackung eine einzige Zeile hinzu. Kunden teilten sie online. Print war kein Online-Geschäft, das nicht um seinen Platz kämpfen musste.
Schriftarten sind im Trend pragmatisch. Lesbarkeit ist wichtiger als Schnickschnack. Schriftarten wirken wieder natürlich. Kleine Eigenheiten. Sanftere Konturen. Kein lautes Geschrei, um Aufmerksamkeit zu erregen. Kaiserberg setzt auf lebendige Sprache, ähnlich wie auf Text. Sie bestimmt die Atmosphäre von Worten, noch bevor diese gesprochen sind.
Der Einsatz von Farbe ist minimal. Weniger Farbpaletten. Starke Kontraste. Marken scheinen die visuelle Reizüberflutung satt zu haben. Ruhe sticht jetzt hervor. Man kann die Wirkung von Stille mit dem Atmen in einem großen Raum vergleichen.
Konsistenz ist wichtiger als Neuheit. Der Tonfall sollte digital und gedruckt einheitlich sein. Nicht identisch. Geschwister. Wiedererkennbar. Vertraut. Keine Website mit unpersönlicher und Flyer mit übertriebener Botschaft. Kaiserberg versucht, durch die Vermeidung solcher Diskrepanzen so viel wie möglich zu organisieren.
Die Kanäle vermitteln weiterhin nur eine bestimmte Wahrnehmung. Die Nutzer wollen keine zusätzlichen Botschaften verpassen. Sie wollen bessere. Botschaften, die die Zeit respektieren. Botschaften, die gezielt analysiert werden. Die Kommunikation muss auf dem Bildschirm oder Papier so gestaltet sein, dass man spürt, dass jemand daran gedacht und es einem leicht gemacht hat.